
Kräuter
Mein Hobby und meine Passion. In unserem großen Selbstversorgergarten wird alles angebaut, was wir das ganze Jahr über so zum Essen benötigen. Obst und Gemüse und natürlich auch Kräuter. Heil-, Küchen- und Duftkräuter. Was nicht in meinem Garten wächst wird wild gesammelt. Daraus werden dann Tee´s, Sirup, Badezusätze, Creme´s und Duftsäckchen hergestellt. Natürlich aber auch Essige und Öle aromatisiert. Unsere Jungs sind da schon fleißige Helfer.
- Zu meiner Dokumentation unseres Gartenjahres 2007 in unserem Permakulturgarten
Um den interessierten Laien einen Einblick zu geben in die Welt der Kräuter finden Sie im Anschluß einen Bericht über Küchenkräuter, der im März ´07 in der Zeitschrift "Umwelt & Aktiv" erschienen ist. Sollte jemand Interesse an dieser Zeitschrift haben, hier der Link dazu.
"Die wichtigsten Küchenkräuter –
Praktische Anwendung, Anbau, Pflege
Willkommen zu dieser neuen Kräuterserie. Eine wie viele? Hoffe ich doch nicht! Es soll nämlich keine botanische Auflistung werden, viel Theorie, alles gut und schön, aber wie setzt man es in die Praxis um? Hier soll jedem geholfen werden, egal ob Großgartenbesitzer, stolze Inhaber einer Terrasse oder eines Balkons, aber auch wenn Sie lediglich eine Fensterbank zur Verfügung haben. Auf diese sechs Kräuter braucht wirklich keiner zu verzichten.
Petersilie, Schnittlauch, Origano, Basilikum, Rosmarin und Thymian.
Hier folgt deren genaue Verwendung in der Küche und für die Gesundheit, eine Anbau und Pflegeanleitung für jedes Kraut.
Petersilie:
Es handelt sich hier um eine zweijährige Pflanze, das heißt, sie blüht im zweiten Jahr. Das kann für Gartler sehr nützlich sein, denn eigenes Saatgut ist Gold Wert. Im Garten kann man Petersilie jedes Jahr ab März/April frisch aussäen, im Haus natürlich früher. Es wird gute vorgedüngte Blumenerde verwendet. Für die Topfkultur etwas Hornspäne und Gesteinsmehl hinzugeben. Bis zur Keimung sollte man etwas Geduld mitbringen, denn es kann bis zu 6 Wochen dauern. Bis dahin nicht austrocknen lassen, aber Vorsicht vor Staunässe. Danach wächst sie aber schnell heran Es gibt eine glattblättrige und eine krausblättrige Petersilie, wobei die glatte intensiver im Geschmack ist. Die Petersilie hat übrigens einen höheren Vitamin C Gehalt als die Zitrone und enthält reichlich Mineralien. Sie ist wassertreibend und deshalb günstig bei Rheuma, Nieren- u. Blasenleiden. Bitte die Petersilie nie in größeren Mengen verzehren und erst recht nicht, wenn man Schwanger ist. Diese Pflanze enthält nämlich Apiol, das ist der sogenannte Petersilienkampfer und dieser ist giftig und kann abtreibend wirken. Dieses Apiol ist am höchsten in den Samen konzentriert.
Petersilie ist unentbehrlich für Kartoffelgerichte, Salate, vielen Gemüsen, Suppen (nie mitkochen, erst im Teller das gehackte Kraut darüber geben) und Soßen. Übriggebliebene Stengel kann man übrigens trocknen und zu selbstgemachter Suppenwürze weiterverarbeiten!
Schnittlauch:
Was gibt es besseres als im Frühling frischen Schnittlauch auf´s Butterbrot? Der Schnittling ist winterhart. Sowohl im Garten, als auch im Topf. Bleibt er mit dem Topf draußen, sollte dieser nicht austrocknen. Er ist sehr pflegeleicht und stellt keine besonderen Ansprüche. Gesät wird er Anfang April in kalkhaltigen Boden und wird dann pikiert. Für Zimmergärtner ist es allerdings ratsam mind. zwei, oder eben mehr Töpfe beim Kräuterfachgärtner zu erwerben. Den abgeernteten Topf kann man dann draußen wieder nachwachsen lassen und den anderen immer griffbereit auf dem Küchenfensterbrett bereithalten. Einmal im Garten ausgepflanzt, ist er immer da und vermehrt sich auch. Wird er nicht regelmäßig geschnitten bekommt er lilafarbene kugelige Blüten, die auch in der Vase sehr dekorativ sind u. lange halten. Lässt man den Schnittlauch im Winter drinnen auf der Fensterbank wächst er etwas dünner und hat auch nicht den schönen scharfen Geschmack. Trotzdem bleibt er auch im Winter eine willkommene Würze für frische Salate, Rohkost, als Suppeneinlage, für Rührei u. Omelett, aber auch zu Frischkäse und dergleichen. Die grünen Röhren enthalten ätherische Öle, Vitamin C sowie verschiedene Mineralstoffe. Er wirkt appetitanregend, senkt den Blutdruck und hilft bei Blutarmut.
Origano:
Der Origano oder Dost, oft auch als wilder Majoran bezeichnet, ist ein pflegeleichtes winterhartes Kraut, dass rosa oder weiß blüht und sehr gerne von Hummeln und Bienen besucht wird. Dieses Kraut braucht eine Sonnenterasse, wenn er in einem größeren Topf gezogen wird, oder eben den sonnigsten Platz im Garten. Der Boden sollte trocken und durchlässig sein, etwas Sand mit unter die Erde zu mischen bringt Abhilfe bei schweren Böden. Der Origano kann ab April vorgezogen und dann pikiert werden, oder für Fenstergärtner in Fachkräutergärtnereien bezogen werden. Origano werden in verschiedenen Sorten angeboten von goldfarbenen Blättern bis dunkelgrünen, die jedoch leicht im Geschmack variieren. Geerntet werden nur die zarten Blätter, wobei sich die Blüten in Salaten oder auch auf Pizza sehr dekorativ zeigen! Für den Winterbedarf wird das Kraut im August, so um Mariä Himmelfahrt ( je nach Mondphase) am späten Vormittag abgeerntet und getrocknet, dann in einer Dose dunkel und trocken aufbewahrt. Der Origano ist das klassische Pizzagewürz. Außerdem findet er noch Verwendung in Tomatensoßen, zu Käse, herzhaften Aufläufen, Fleisch, Suppen und zu südländischen Gemüsen. Das Kraut wird hier mitgekocht!
Aus dem getrockneten Kraut kann man einen leckeren Tee brühen, der bei Erkältungen und Husten, genau wie Thymian, mit Honig getrunken wird. Außerdem wirkt der Tee auch bei Appetitlosigkeit und hilft bei Durchfällen und andern Störungen des Magen – Darmbereiches. Nehmen Sie bei Grippewetter ein heißes Origanobad. Dafür brühen Sie ca. 100 gr. des getrockneten Krautes mit 1 L. Wasser auf, seihen ihn nach 15 Min. ab und schütten den Sud ins Badewasser.
Basilikum:
Den einjährigen Basilikum gibt es in vielerlei Sorten, die sich in Geschmack und Blattvariationen unterscheiden. Von Zitrone, über Anis und Zimtgeschmack lässt Basilikum das Herz der Köche höher schlagen. Mit den dunkelroten, rot-grün-gesprenkelten, kräftig großen grünen oder ganz kleinen Blättchen kann man auch Salate so richtig schön für´s Auge gestalten. Für die italienische Küche oder für Pesto eignet sich allerdings der großblättrige normale Basilikum am besten. Aber auch der kleinblättrige Balkonbasilikum ist dafür noch geeignet. Mit allen anderen Sorten kann man herrlich experimentieren. Den Basilikum zieht man sich am besten selbst, so ab Ende März bis Anfang April auf der Fensterbank unter Folie oder im Zimmergewächshaus. Bei feuchter Wärme erscheinen die Keimblätter sehr rasch. Die Pflanzen werden kräftiger, wenn sie rechtzeitig pikiert werden.
Basilikum wirkt wassertreibend und entkrampfend auf den Magen-Darmbereich. Außerdem wirkt er nervenberuhigend! Zum Trocknen eignet sich Basilikum allerdings nicht!
Rosmarin:
Rosmarin, der Sitz der Elfen im Garten! Mit seinen ätherischen Ölen wirkt er anregend auf den Kreislauf und die Nerven und kräftigend bei Erschöpfungszuständen. Bei Schwäche und niedrigem Blutdruck trinken Sie am besten den Tee. Rosmarin in Wein angesetzt stärkt das Herz und hilft bei geistiger Erschöpfung. Bei Rheuma-, Nerven- und Kopfschmerzen setzen Sie Rosmarin in hochprozentigem Alkohol an und reiben ihn auf die entsprechenden Stellen. Rosmarin wird in der Küche sehr sparsam verwendet, vor allem in italienischen Gerichten. Rosmarin wird mitgekocht und schmeckt gut zu Hähnchen, Tomatensuppe, Hammel, Schweinebraten, Käse und pikaten Soßen. Übrigens: bei starken Küchengerüchen nehmen Sie das ausgebrannte Schälchen eines Teelichtes, geben ein paar Nadeln des Rosmarins hinein und stellen dieses auf die noch warme Ofenplatte. Die Gerüche verschwinden sofort und ein angenehmer Duft breitet sich aus.
Der übliche Rosmarin ist bei uns nicht winterhart und muß deshalb drinnen überwintert werden. Allerdings gibt es mittlerweile Züchtungen, wie die Sorte „Veitshöchheim“, in Weihenstephan gezüchtet, die unsere winterlichen Temperaturen verträgt. Somit kann man ihn an eine sonnige Stelle im Garten pflanzen und zu einem stattlichen Strauch von ca. 2 m heranwachsen lassen, der im Frühjahr in herrlichem hellblau erblüht. Der Rosmarin kann am besten durch Stecklinge gezogen u. vermehrt werden oder sie kaufen einen Topf in der Fachgärtnerei ihres Vertrauens.
Thymian:
Ihn gibt es mittlerweile auch in vielen verschiedenen Sorten, Farben und Geschmacksvariationen. Meist wird in Gartencentern oder Gärtnereien der grüne oder goldfarbene Zitronenthymian angeboten. Dieser ist nicht so stark im Geschmack und noch dazu zitroniger. Allerdings wächst dieser üppiger und ist weniger anspruchsvoll. Der kräftige Thymian sollte stets, genau wie der Rosmarin und der Majoran ein Sonnenplätzchen bekommen. Geerntet wird er um die Mittagszeit, denn da ist sein Geschmack am stärksten und passt dann gut zu Fleisch, Soßen, Eintöpfen, Kartoffelgerichten und Wild. Thymian wird mitgekocht. In Essig oder Öle eingelegt, gibt er Salaten eine besondere Note. Thymian ist auch ein hervorragendes Hustenmittel als Tee oder auch mit Spitzwegerich als Sirup angesetzt. Als Bad (wie beim Origano beschrieben) wirkt er bei Erkältungen, Bronchitis und Asthma.
Nachdem in absehbarer Zeit Heil- u. Nutzkräuter wie Ringelblume, Schafgarbe, Lavendel usw. für den freien Verkauf und auch als Geschenk für Freunde und Nachbarn verboten sein werden, und man sich strafbar macht, wenn man getrocknetes oder frisches Kraut weitergibt, ist es umso wichtiger den Menschen die Natur und die Möglichkeiten zur positiven Nutzung (Eigenanbau, Verarbeitung...) wieder näher zu bringen. Wenn man einmal eine Vorliebe für frische Kräuter entwickelt hat, wird sich die Sammlung bald durch Salbei in seinen Variationen, Bohnenkraut, Estragon, Melisse, Lavendel und viele andere mehr erweitern.
Ich hoffe, ich habe auch Sie zur Kräuterlust verführt und würde mich freuen Ihnen im Sommer das Sammeln, Trocknen, Aufbewahren und die Verwendung von Teekräutern näher bringen zu dürfen.
Ihre Hannelore Zech "
